Muttertag

Immer wieder erleben wir sie, diese Phasen und Ereignisse, die Meilensteine für unsere Entwicklung darstellen. Weil wir sie selbst durchleben oder Menschen dabei begleiten.

Einer solcher Meilensteine ist Krankheit.

Ich erinnere mich noch gut daran, wie sehr es mich immer wieder aufs neue faszinierte, wenn meine Kinder nach Abklingen einer Herausforderung des Immunsystems plötzlich reifer geworden waren. Ist die Phase der Beschwerden und Symptome vorüber, reflektiert man, was war und wie es bewältigt wurde. Je gelassener die eigene Haltung gegenüber dem Geschehen, desto weniger heftig und umso kürzer die Leidensphase scheint es.

Durch eine solche Phase durfte ich jüngst meine Mutter begleiten. Ich durfte erleben, wie sie Krankheit in hohem Alter meisterte und wie gelassen und duldsam sie durch diese Wochen ging.

Gelassenheit
Die grundlegende Haltung der Gelassenheit war immer wieder Thema unserer Gespräche in dieser Zeit und mir wurde bewußt, dass sie Teil des Erbes meiner Mutter ist. Dafür bin ich ihr unendlich dankbar.
 
Das Erbe der Mutter

… ein Thema, über das wir uns alljährlich – doch hoffentlich nicht nur – am Muttertag Gedanken machen.

Die Ursprünge der Reflektion und Ehrung der Mutterschaft lassen sich bis zu den Verehrungsritualen der Göttin Rhea im antiken Griechenland sowie dem Kybele- und Attiskult bei den Römern zurückverfolgen.

Jede Zeit und Kultur gab dieser Ehrung der Schutzfunktion der Mutterschaft die eigene Prägung. Im Gegensatz zu dem in der Antike praktizierten Kult mit mehrtägigen, exzessiven Feierlichkeiten und – für unser Empfinden extremen Opfergaben – verleihen wir dieser Ehrung heute doch entschieden gemäßigter Ausdruck mit Meisterwerken für Auge, Gaumen oder Nase. Oder einfach nur im Beisammensein und mit Geschichten aus der jüngeren und ferneren Vergangenheit.

In den Anfängen sollte die matriarchale Macht gewogen gestimmt werden.  Aus der Frauenbewegung des 19. Jahrhunderts entwickelte sich frauen- und familienpolitisches Engagement mit dem Ziel, die Anerkennung von Müttern zu stärken.

In unserer Zeit steht das Individuum im Mittelpunkt der familiär geprägten Feier. Und in ganz persönlich gestalteten Ritualen danken wir unseren Müttern für alles, was sie für uns tun.

Wir danken unseren Müttern,

… die sich nach traditionellem Rollenmodell der Versorgung der Familie hingeben.  Für die liebevolle Pflege des Nestes, die Bewahrung der Familiengeschichte in ihrem bemerkenswerten Gedächtnis mit Daten und Anekdoten.

Gelassen erzählend, zeichnen sie den Blick auf das Leben der Vorfahren weich und verleiten zum Schmunzeln, wenn nicht gar zu schallendem Gelächter ob der ein oder anderen Story über spezielle Charaktere.

Und bei allen Assoziationen, die dabei im Kopf entstehen, läuft immer der Gedanke mit, „Ja, diesen Zug entdecke ich an mir selbst auch, mehr oder weniger stark ausgeprägt.“

Sie lassen Erlebnisse wieder lebendig werden, die gerne im Gewusel unseres schnelllebigen Alltags abtauchen.

Der Geruch des eigenen Ursprungs steigt uns in die Nase, wenn wir im Film unserer Erinnerungen durch die Räume unserer Kindheit wandeln. Wenn frühmorgens Chanel N° 5 aufgelegt wurde oder der Duft frisch gebrühten Kaffees zum Frühstück bis ins Kinderzimmer zog, der kräftigen, regional typischen Hausmannskost, der uns nach der Schule empfing, der immer gleichen Seife, des Waschmittels, das vielleicht mal von Persil zu Ariel wechselte, von Großvaters Zigarre und Vaters Zigarillo in einer Zeit, in der es niemandem in den Sinn kam, die Wohnung zum Rauchen zu verlassen.

All die Ereignisse bei Reisen, Familienfeiern, temperamentvoll geführten Auseinandersetzungen.

Es füllt Bände, lassen wir uns erst einmal auf diese gedankliche Reise ein …

die die Herausforderung meistern, Familie und Erwerbstätigkeit miteinander zu vereinbaren. Täglich den Spagat zwischen Beruf,  Abholzeiten in der Kita, Einkauf, Haushalt, dem Zaubern von Lieblingsgerichten und dem stets offenen Ohr für alle kleinen und großen Probleme einer jeden Lebensphase bewerkstelligen. Für ihr Vorleben eines möglichen Weges.

Und wir danken unseren Großmüttern, die zum unverzichtbaren Teil des ganzen Dorfes gehören, das es braucht, um ein Kind groß zu ziehen. Die ganz besonders gebraucht werden in einer Zeit, in der diese Dorfgemeinschaft durch die städtisch lebende Kleinfamilie abgelöst worden ist. Die das Nest, das sie einst für die eigenen Kinder schufen, nun für die Enkel und ihre Freunde öffnen.

Allen einen unbeschwerten Muttertag

… mit Muße zum Innehalten, Reflektieren und zu erhellenden Reisen in die Familiengeschichte!

 

Autoreninfos

Verluste in der eigenen Familie ließen Gesa Elisabeth Claes den Fokus ihrer beruflichen Tätigkeit als Juristin auf die Begleitung von Menschen in dieser besonderen Lebensphase verlagern. Tod und Trauer bekommen bei ihr den ihnen gebührenden Raum im Leben, eingebettet zwischen wohltuenden, stabilisierenden Ritualen und zeitgemäßem Umgang. Sie erreichen sie im Netzwerk der Cara AG unter 0800 66 49 323 oder gesa.claes@cara-ag.c

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